Planetenwege in NRWNews-Meldung vom 19.06.2008

Es ist erst wenige Monate her, dass ein deutscher Astronaut in All war - und zwecks Reparaturarbeiten an der Raumstation ISS seinen ersten Weltraumspaziergang unternahm.Immer wieder sind Menschen auf der Erde von solchen spektakulären Bildern beeindruckt - und träumen hier und da von den unendlichen Weiten des Weltalls. Erleben kann man sie aber auch auf der Erde. Ob durch dichten Krabbennebel, große Sternenhaufen oder einfach nur quer durch unser Sonnensystem: In Nordrhein-Westfalen gibt es eine Menge Möglichkeiten, als "Weltraumtourist" Touren durch den Kosmos zu unternehmen.

Bummeln am Rheinufer - und das mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit - kann man zum Beispiel auf dem Bonner Planetenlehrpfad. Auf einer Länge von sechs Kilometern bildet er unser Planetensystem im Maßstab 1:1.000.000.000 (eine Milliarde) modellhaft ab. Empfohlen wird ein Start am Rande des Universums in Graurheindorf beim Pluto. Die Tour endet im früheren Regierungsviertel - dem Standort der Sonne. Sie hat einen Durchmesser von eineinhalb Metern. Von hier lohnt ein Blick zurück: Sieben Stationen können Spaziergänger rheinabwärts erkennen. Durch die Biegung des Rheins sind Neptun und Pluto jedoch nicht mehr zu sehen. Dies entspricht der Wirklichkeit im All: Beide Planeten sind von der Erde aus nicht sichtbar (
www.planetenlehrpfad-bonn.de).

Apropos Pluto: Der Außenposten unseres Sonnensystems ist seit 2006 eigentlich gar kein Planet mehr, sondern ein Zwergplanet. Die Reihenfolge der acht verbleibenden "offiziellen" Planeten (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) können sich interessierte Laien mit den Anfangsbuchstaben des folgendes Satzes merken: "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel". So steht es auch in einem Flyer zum Planetenlehrpfad in Bad Laasphe in der Ferienregion Siegerland-Wittgenstein, der bei der örtlichen Tourismus-GmbH erhältlich ist (Tel.: 02752/898,
www.bad-laasphe.de). Das Zentrum des sechs Kilometer langen Weges befindet sich im Kurpark.

In der Eifel können Aktive gleich mehrfach nach den Sternen greifen. So in der unmittelbaren Umgebung des unweit von Bad Münstereifel gelegenen Effelsberger Radioteleskops, mit dem Radioastronomen in die Tiefen des Alls horchen. Jahrzehntelang war es das größte vollbewegliche Radioteleskop der Welt. Der 800 Meter lange Planetenweg am Radio-Observatorium ist der letzte Teil des 13 Kilometer langen "Radioteleskopweges", der rund um das mittelalterliche Eifelstädtchen angelegt ist. Außerdem führt ein vier Kilometer langer Milchstraßenweg, vorbei an Sternhaufen und Gestirnen, von Burgsahr zum Radioteleskop. Nach etwa einer Stunde sind 40.000 Lichtjahre durchwandert (
www.mpifr-bonn.mpg.de/public/pr/pr-sahrtal.html).

Die Dimensionen von Raum und Zeit werden für Radfahrer auf dem "Kosmosradweg Kleine Kyll" erfahrbar: Zwischen Daun und Manderscheid rücken die unendlichen Weiten des Weltalls auf 20 Kilometer zusammen. Radler fahren nicht nur durch unser Sonnensystem, sondern begeben sich auch auf eine Zeitreise von der Gegenwart bis zum Urknall (
www.kosmosradweg.de).

Der Planetenweg in Minden wurde 1996 zum 150. Todestag des in der Stadt geborenen Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel eröffnet. Zu den Routenvorschlägen gehören eine kleine und eine große Tour: Beide Routen beginnen an der Sonne am Preußenmuseum, in dem auch eine Ausstellung über Bessel zu sehen ist. Die kleine Tour führt als Spazierweg bis zum Saturn in der Mindener Innenstadt; die große Tour als Radweg vom Museum bis zum Pluto an der Stadtgrenze zu Petershagen (
www.planetenpfad-minden.de).

Der Planetenweg in Bad Lippspringe beginnt vor dem Prinzen-Palais im Arminiuspark. Die Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe e.V. bietet nach Terminabsprache geführte Gruppenwanderungen an (drei Euro pro Person; Kinder bis 14 Jahre jeweils zwei Euro). Ein Flyer sowie die Texttafeln der einzelnen Stationen stehen zum Download zur Verfügung (
www.planetarium-owl.de).

Pluto am Rathaus, Jupiter am Tiergarten und die Sonne an der Sternwarte: Auch der Recklinghäuser Planetenweg soll maßstabsgerecht die Größenordnung im Weltall begreifbar machen. Im Außenbereich der Westfälischen Volkssternwarte gibt es außerdem ein "Erlebnisfeld der Sinne", in dem Besucher an interaktiven Experimentierstationen ihre Sinne erfahren und erstaunliche Experimente durchführen können - so an einem Summstein, an einer drehbaren Sternkarte sowie an Zerrspiegeln (
www.sternwarte-recklinghausen.de).

In Münster kann man ebenfalls durchs All spazieren: Der Planetenweg im Maßstab 1:1 Milliarde startet am Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und endet, in Richtung Aasee laufend, am äußeren der inneren Planeten, dem Mars. Kleiner Tipp: Wer die Entfernung bis zur nächsten Sonne (Proxima Centauri) erfahren möchte, sollte sich zeitig auf den Weg machen: Rund 40.000 Kilometer müssten in diesem Maßstab zurückgelegt werden (Tel.: 0251/591-6017,
www.lwl-planetarium-muenster.de).

Der erste Planetenwanderweg am Niederrhein befindet sich in Rees. Die Sonne steht hier im Skulpturenpark, die einzelnen Planetenstationen entlang des Wander- und Radfahrweges auf dem Weg nach Rees-Mehr - zum Teil auf einem Deich. Direkt am Pluto befindet sich die Ferienwohnung Schumacher, die ein dreitägiges Arrangement zum Radeln auf dem Planetenweg anbietet: Zwei Übernachtungen, zwei Leihfahrräder und eine Rad-Broschüre kosten 120 Euro für zwei Personen (
www.stadt-rees.de).

Unser Sonnensystem soll über 4,5 Milliarden Jahre alt sein - nagelneu hingegen ist der neue Planetenlehrpfad in Aachen-Kornelimünster. Am 12. Juni wurde der Weg offiziell eingeweiht. Die Stationen sind auf dem Vennbahnweg, einer heute vorwiegend als Radweg genutzten historischen Bahntrasse, aufgebaut. Infos zu dem von Schülern umgesetzten Projekt finden Interessierte voraussichtlich ab September in einem Flyer sowie unter
www.inda-gymnasium.de.

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