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Kamelle, Küsschen und Kostüme: Karneval in NRW

News-Meldung
vom 31.01.2012
(c) aachen tourist service e.v. / A.Steindl Seit dem 11.11. 2011 laufen sich die Narren in Nordrhein-Westfalen warm, kreieren Kostüme und besuchen Sitzungen. Spätestens ab Weiberfastnacht am 16. Februar haben sie dann auf den Straßen und in den Kneipen selbst ihren großen Auftritt. Ein Überblick zeigt, wo das jecke Treiben seine Höhepunkte erreicht.

Den Auftakt zu den eigentlichen tollen Tagen bildet Weiberfastnacht am 16. Februar 2012. An diesem Tag haben die Männer in allen Karnevalshochburgen nichts zu lachen - und nichts zu sagen. Sie büßen Macht und Krawatten ein und erhalten dafür im besten Fall ein "Bützje" (Küsschen). Diese Tradition hat ihren Ursprung in Bonn: 1824 schlossen sich die Beueler Wäscherinnen zusammen, um eine Teilnahme am bislang rein männlichen Karneval zu erreichen. Noch heute ist die Stürmung des Rathauses durch die Wäscheprinzessin nicht nur der Startschuss für den Straßenkarneval, sondern eine der Hauptattraktionen in Bonn (www.festausschuss.de, www.bonn-region.de).

Köln gönnt "Jedem Jeck sing Pappnas"

Die fünfte Jahreszeit macht alle Kölner zu Jecken, die schunkelnd durch die Straßen ziehen. Kein Wunder, dass der Rosenmontagszug der Domstadt der größte Deutschlands ist. Das Motto der Karnevalssession 2012 lautet: "Jedem Jeck sing Pappnas". Erwartet werden sogar hohe Gäste aus Asien: Weil in diesem Jahr die 25 Jahre währende Städtepartnerschaft zwischen Köln und Peking sowie 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und China gefeiert werden, fährt die chinesische Karnevalsprinzessin Guo im Rosenmontagszug mit.

Wettlauf mit Karre und Tonne

Das Motto der Düsseldorfer Karnevalssession 2012 "Hütt dommer dröwer lache“, auf Hochdeutsch: "Heute lachen wir darüber“, soll zeigen, dass sich die Düsseldorfer nie die gute Laune vermiesen lassen. Nicht weniger als 300 Prunksitzungen, Bälle, närrische Jubiläen, Empfänge und Kostümfeste stehen in der närrischen Zeit auf dem Terminkalender. Wenn "D'r Zoch kütt!“ setzen sich 60 fantasievoll gestaltete Wagen sowie Dutzende von Kapellen und Fußgruppen in Bewegung und bilden den 3.500 Meter langen Zug. Zu weiteren Höhepunkten des Straßenkarnevals gehören der familiäre Karnevalssonntag auf der Königsallee und das Tonnenrennen im Stadtteil Niederkassel, zu dem ebenfalls am Sonntag Jecken in Holzschuhen zum Wettlauf mit Karre und Tonne antreten (www.duesseldorf-tourismus.de; www.jeck-in-duesseldorf.de).

In Aachen gibt es neben den vielen traditionellen Sitzungen auch eine "Stehung": Bei der "Carnevale" am 3. Februar ist neben der Tanzfläche eine Programmbühne aufgebaut, so dass die Besucher wie auf einem Pop- und Rockkonzert im Stehen feiern. Weit über regionale Grenzen hinaus bekannt ist die Verleihung des "Orden wider den tierischen Ernst", die in diesem Jahr am 28. Januar vorgenommen wird. Fernsehschauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer erhält die Auszeichnung (www.akv.de). Nachwuchsnarren ziehen am Tulpensonntag, 19. Februar, durch die Stadt. Seit 1938 macht sich der Kinderkostümzug auf den Weg durch die Kaiserstadt (www.oche-alaaf.com; ww.aachen-tourist.de). In der Eifel gehen zu Karneval Gespenster um: Am Karnevalssamstag setzt sich in Blankenheim an der Ahr der traditionelle Geisterzug in Bewegung. Bei bengalischem Feuer- und Fackellicht nehmen die Gestalten am Abend des 18. Februar Besitz vom historischen Burgort. Wer als Geist mit durch die mittelalterlichen Gassen springen möchte, benötigt lediglich die traditionelle Kostümierung: Ein weißes Bettlaken und eine Kordel müssen mitgebracht werden, eine Pechfackel gibt's gegen eine Gebühr am Rathauseingang (www.blankenheim.de; www.juh-jah.de).

Karnevalistische Klassiker in Westfalen

Auch außerhalb des Rheinlands hat NRW karnevalistische Klassiker zu bieten: Mit mehr als 100 Wagen, Fußgruppen und Spielmannszügen aus der Stadt, dem Umland und aus den Niederlanden ist Münsters Rosenmontagszug einer der größten in Westfalen. Die historische Stadtkulisse verleiht dem Zug ein ganz besonderes Flair - und so säumen jährlich tausende von Menschen seinen Weg (www.bmk-muenster.de, www.tourismus.muenster.de). Das 1. Karnevalsmuseum in Westfalen bietet theoretische Einblicke in die westfälische und rheinische Narrenzeit. Untergebracht in einem alten Bauernhof beherbergt es Orden, bunte Masken und Uniformen rund um die fünfte Jahreszeit. Bilder und Geschichten der vergangenen Sessionen bis weit in die Nachkriegszeit ergänzen das Angebot (Besichtigung nach Vereinbarung, Telefon 0251/315927).

Und auch die Region Teutoburger Wald kann mit karnevalistischen Besonderheiten aufwarten: In Beverungen im Kreis Höxter zum Beispiel führt der große Rosenmontagsumzug durch zwei Bundesländer. Seinen Ausgangspunkt hat der Zug in Lauenförde auf der niedersächsischen Seite der Weser. Er führt dann über die Weserbrücke, wo die Grenze zu Nordrhein-Westfalen überschritten wird, nach Beverungen. Der Zug ist so lang, dass sich die ersten Karnevalisten schon weit im nordrhein-westfälischen Beverungen tummeln, während viele Narrengruppen noch in Niedersachsen auf den Aufbruch warten (www.beverungen.de). Das nahe Steinheim fühlt sich schon seit den 1930er Jahren als "klein Köln an der Emmer“: Rund 30 Motivwagen, mehr als 40 Fußgruppen und 15 Musikkapellen ziehen am Rosenmontag über den 1,2 Kilometer langen Rundkurs. Auf einer närrischen Ratssitzung wird am Rosenmontagmorgen der Rosenmontagmorgenorden verliehen, in diesem Jahr an den ehemaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (www.steinheim.de). Die Jecken in Delbrück-Mitte blicken stolz auf ihre "Eintracht von 1832", dem ältesten Narrenverein im Bund Westfälischer Karneval. Höhepunkte der Karnevalssession in der Stadt bei Paderborn sind der Kinderzug am Karnevalssonntag und der Rosenmontagszug.