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Bedeutende Geotope in NRW

News-Meldung
vom 14.09.2007
Erinnerungen an die Eiszeit werden immer wieder wach: In Nordrhein-Westfalen gibt es viele Orte, die aus 500 Millionen Jahren Erdgeschichte erzählen, darunter einige bundesweit einmalige Stätten.

So befinden sich unter den insgesamt 77 "Nationalen Geotopen", die von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover benannt wurden, allein elf aus NRW. Eine Übersicht zeigt, wo Felsformationen und Fossilien, Geo-Museen und -parks, Bergwerke und Schauhöhlen Besuchern die Möglichkeit bieten, einen Blick ins Innere der Erde zu werfen.

Am 16. September rückt der "Tag des Geotops" diese Gebilde unbelebter Natur bundesweit ins Bewusstsein. In NRW geben Fachleute in rund 25 verschiedenen Veranstaltungen eine Einführung in die jeweiligen Besonderheiten der geologischen Sehenswürdigkeiten, darunter sind auch Nationale Geotope. So gibt es beispielsweise eine Exkursion zum Vulkanismus im Siebengebirge, Rundgänge an den vier bis zu 90 Metern hohen Bruchhäuser Steinen im sauerländischen Olsberg und verschiedene Themenführungen zur Schlade in Bergisch Gladbach, einem Trockental, in dem die verschiedenen Lebensbereiche eines 370 Millionen Jahre alten urzeitlichen Korallenriffs an einem geologischen Lehrpfad erschlossen sind. Eine Liste mit allen Veranstaltungen des Tages findet sich auf der Internetseite des Geologischen Dienstes NRW, der bereits am 9. September in besonderes Programm zu bieten hat: Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens lädt das Institut in Krefeld zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucher können zum Beispiel kleinste Fossilien unter dem Mikroskop betrachten, die teilweise mehrere hundert Millionen Jahre alt sind (
www.gd.nrw.de, Tel.: 02151/897555).

Nationale Geotope sind das ganze Jahr über öffentlich zugänglich, vielerorts wird jedoch auch unabhängig von Aktionstagen ein touristisches Begleitprogramm angeboten. Zu den Externsteinen in Horn-Bad Meinberg etwa gibt es von Mai bis Oktober an jedem ersten Mittwoch im Monat eine Führung. Die dreizehn Sandsteinfelsen ragen bis zu 40 Meter hoch und ziehen jährlich rund 650.000 Besucher an. Gruppen können gesonderte Führungen buchen beim Stadtmarketing Horn-Bad Meinberg (
www.horn-badmeinberg.de, Tel.: 05234/98903). Das Felsenmeer im sauerländischen Hemer erschließt sich Besuchern auf verschiedenen Wegen: Es kann auf eigene Faust und mit fachlicher Führung erkundet werden oder im Felsenmeer-Museum unter die Lupe genommen werden. Ein Rundgang durch die rund drei Quadratkilometer große Felsenlandschaft kostet für Gruppen ab zehn Personen vier Euro pro Erwachsenem, drei Euro für Kinder und Jugendliche (www.hiz-hemer.de, Tel.: 02372/61549). Das Felsenmeer-Museum informiert vor allem über den Eisenerzbergbau, der über 800 Jahre lang in dem Gebiet betrieben wurde (Tel: 02372/16454). Eine Übersicht über alle Nationalen Geotope gibt's im Netz unter www.geoakademie.de.

Gebiete, die mehrere Geotope von regionaler und nationaler Bedeutung besitzen und als repräsentativ für eine Landschaft und deren geologische Entstehungsgeschichte gelten, können als Nationaler GeoPark zertifiziert werden. Derzeit gibt es bundesweit neun solcher Parks, dazu gehören auch Teile der Eifel, des Teutoburger Walds und des Ruhrgebiets.

Der GeoPark Ruhrgebiet ist weltweit der einzige, der in einem städtischen Ballungsraum liegt und die Rohstoffnutzung zum Thema hat. Die Bedeutung der Bodenschätze für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region lässt sich an vielen Stellen aufzeigen. Beispiele dafür sind der Geologische Garten in Bochum, die Geologischen Wanderwege in Essen und Sonsbeck, der Ziegeleisteinbruch in Hagen-Vorhalle und der der historische Kohlenbergbau im Muttental bei Witten mit ehemaligen Steinbrüchen, einem Besucherbergwerk und baulichen Relikte aus 450 Jahren Kohlegewinnung.

Zu weiteren Besonderheiten zählen verschiedene Tropfsteinhöhlen, mit der Kluterthöhle in Ennepetal gehört auch die größte Besucherhöhle Deutschlands dazu, sowie die linksrheinische Moränenlandschaft, die in Verbindung mit paläontologischen Funden im Emschertal bei Bottrop einen Einblick in die Welt der Eiszeiten gibt. Über 20 beschilderte Wanderwege, unzählige Museen und Exkursionsangebote stehen Besuchern zur Wahl (
www.geopark-ruhrgebiet.de). So bietet das Stadtmarketing Witten für Gruppen nicht nur Führungen, sondern auch Schiffstouren auf der Route der alten Kohleschiffe, eine Fahrt mit einer Grubenbahn, ein Bergmannsfrühstück oder ein Steigermahl an (www.stadtmarketing-witten.de, Tel.: 02302/12233).

In der Vulkaneifel, einem Nationalen Geopark von europäischem Rang, haben Wissenschaftler auf einem Streifen von etwa 30 Kilometern Breite und 50 Kilometern Länge rund 270 Ausbruchszentren ausgemacht. Im Landschaftsbild fallen die Vulkane durch Schüsselformen oder kegelartige Hügel auf (
www.geopark-vulkanland-eifel.de). Besucher können die explosive Vergangenheit der Region auf unterschiedliche Weise erleben: So stehen etwa Radtouren, Wanderungen, Geo-Museen oder geführten Exkursion mit Geopark-Rangern zu Wahl. Diese und weitere Angebote finden sich im Vulkaneifel Magazin 2007, das neben weiteren Tipps bei der Eifel Tourismus GmbH erhältlich ist (www.eifel.info, Tel.: 06551/96560).

Rund 2.300 Kilometer Fern- und Rundwanderwege sowie ein 1.500 Kilometer langes Radwegenetz durchziehen den Geopark TERRA.vita, der den nördlichen Teutoburger Wald, das Wiehengebirge und das Osnabrücker Land umfasst. Saurierfährten, Felsen, Findlinge und Großsteingräber können dort auch von oben aus dem Heißluftballon, per Kajak oder Kanu oder auf dem Pferderücken erkundet werden (
www.naturpark-terravita.de, Tel.: 0541/9511195).