Baden trifft WürttembergNews-Meldung vom 03.07.2014

Grenzgänger-Geschichten aus den Weinbauregionen im Süden / Weintourismus-Preise 2014 verliehen

Baden-Württembergs Weinstraßen feiern in diesem Jahr gleich zwei runde Geburtstage. Aus diesem Anlass trafen sich im Beisein von Minister Alexander Bonde Tourismus- und Weinbau-Akteure aus Baden und Württemberg am heutigen Freitag im Weinbauort Oberderdingen, exakt an der weinbaulichen Grenze zwischen beiden Regionen gelegen. Neben Grenzgänger-Geschichten und Anekdoten aus beiden Weinbaugebieten führte insbesondere die Verleihung der Weintourismus-Preise Baden-Württemberg die Vielfalt der touristischen Angebote im Weinsüden vor Augen. In diesem Jahr gingen die Preise, die von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) gemeinsam mit dem Badischen Weinbauverband und dem Weinbauverband Württemberg vergeben werden, an die Ihringer Filmweinprobe „Kino Vino“ und an die „Wein-Lese-Tage Marbach & Bottwartal“.

Zu den Pionieren des Weintourismus in Baden-Württemberg zählen die beiden Weinstraßen, die in diesem Jahr runde Jubiläen feiern: Seit 60 Jahren erschließt die Badische Weinstraße die schönsten Ecken Badens. Im Jubiläumsjahr konnte die 1954 gegründete Weinstraße bis zur Badischen Bergstraße im Norden verlängert werden. Durch eine gelungene Vernetzung von Weinbau und Tourismus wurden die Angebote entlang der Strecke gleichzeitig erheblich ausgebaut. Auch in Württemberg gibt es einen Grund zu feiern. Die 1993 ins Leben gerufene Württemberger Weinstraße, damals noch als Schwäbische Weinstraße, blickt 2014 auf zehn Jahre ihrer erweiterten Neubeschilderung zurück.

„Der Weinbau prägt unsere einzigartigen Kulturlandschaften und bildet damit auch einen bedeutenden Standortfaktor für den Tourismus. Der grün-roten Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, den Weintourismus noch weiter auszubauen. Daher fördert das Land den Ausbau der Infrastruktur rund um den Weintourismus mit Investitionen. Außerdem will die Landesregierung die vielfältigen Weintourismus-Aktivitäten im Badischen und im Württembergischen zu einem flächendeckenden Netzwerk weiterentwickeln. Hierbei sollen verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise ein ‚Runder Tisch Weintourismus‘ die Netzwerkbildung vorantreiben“, sagte Tourismus- und Weinbauminister Alexander Bonde.

Schulterschluss zwischen Baden und Württemberg In Oberderdingen, wo beide Weinstraßen sich berühren, stellte Minister Bonde anlässlich dieser Jubiläen den Stellenwert des Weinbaus für Baden-Württemberg und die Gemeinsamkeiten beider Weinbaugebiete heraus. „Der Wein ist ein zentraler Genussbotschafter für das Genießerland Baden-Württemberg. Winzerinnen und Winzer in Baden und Württemberg erzeugen regionaltypische und qualitativ hervorragende Weine, auf die sie zurecht stolz sein können. Es freut mich, dass in dem Projekt ‚Weinsüden‘ der TMBW die Weinregionen Baden und Württemberg gemeinsam touristisch vermarktet werden“, so Bonde.

Auch die Präsidenten des Badischen Weinbauverbands, Kilian Schneider, und des Weinbauverbands Württemberg, Hermann Hohl, betonten Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Weinbaugebiete, die den Weinsüden zu einem in Deutschland einzigartigen Weinland machten. Württembergs Weinbaupräsident Hermann Hohl erinnerte an die Besonderheit der Grenzregion, deren weinbauliche Interessen der 1947 ins Leben gerufene „Weinbauverband Württemberg-Baden e.V.“ bündelte. Erst im Jahr 1964 habe sich die Sektion Nordbaden unter anderem aus Gründen der Werbung abgetrennt und dem Badischen Weinbauverband angeschlossen. Noch heute gehöre Oberderdingen geographisch zu Baden, weinbaupolitisch allerdings zum Anbaugebiet Württemberg – weshalb die Württemberger Weinstraße schon seit vielen Jahren durch diese Weinbaugemeinde führe: „Damit wird Oberderdingen sozusagen zur Weinstraßen-verbindenden vinologischen Brücke“.

Den symbolischen Handschlag zwischen Württemberg und Baden vollendeten die beiden Weinköniginnen, indem sie jeweils Weine aus dem anderen Weinbaugebiet kenntnisreich verköstigten. Beide Weine wurden in den Kellern des Oberderdinger Winzers Manuel Lutz ausgebaut, der Rebflächen auf badischer und württembergischer Gemarkung bewirtschaftet und damit als „Grenzgänger“ das Beste aus beiden Anbaugebieten vereint.

Aus der Sicht eines Landkreises, in dem sich Baden und Württemberg nicht nur im Weinbau die Hand reichen, sprach der Karlsruher Landrat Christoph Schnaudigel und stellte zwei Weine aus dem Kreis vor, die der Landkreis insbesondere zu offiziellen Anlässen ausschenkt. Derzeit sei mit einem Lemberger aus Kürnbach und einem Silvaner aus Oberderdingen ebenfalls die weinbauliche Grenzregion im Osten des Landkreises Karlsruhe in den Fokus gerückt.   

Weintourismus-Preise Baden-Württemberg 2014 Auf die Bedeutung des Weinbaus für den Tourismus in Baden-Württemberg verwies im Anschluss TMBW-Geschäftsführer Andreas Braun: „Mehr als die Hälfte der Deutschen hält die Urlaubsregionen zwischen Bodensee und Taubertal laut einer Umfrage für besonders geeignet, um weintouristische Angebote zu nutzen. Noch besser sieht es bei jenen aus, die schon einmal bei uns im Urlaub waren: Hier sind es stolze 80 Prozent, die Baden-Württemberg als ideal für eine Weinreise ansehen.“ 

Um den Stellenwert des Weintourismus zu würdigen, habe die TMBW gemeinsam mit den beiden Weinbauverbänden den Weintourismus-Preis Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Braun lobte die diesjährigen Preisträger in seiner Laudatio als nachahmenswerte Beispiele, die das Thema Weinbau auf vorbildhafte Weise für den Tourismus aufarbeiteten und damit das touristische Angebot im Land bereicherten.

Die Ihringer Filmweinprobe „Kino Vino“ stehe für eine originelle und sympathische Verbindung von Weingenuss und Filmerlebnis. Seit 2013 lade der Verein Kaiserstuhl Touristik Ihringen Besucher zu einer Weinverkostung mit allen Sinnen ein. Wer im „Kino Vino“ Platz nehme, könne nicht nur Weine aus Ihringen selbst probieren. Auf der Leinwand machten die Erklärungen der Winzer und die Landschaftsaufnahmen aus der Region die Filmweinprobe zu einem überzeugenden Angebot, das einen niederschwelligen Zugang zum Thema Wein ermögliche und damit Tourismus und Weinbau auf ideale Weise zusammenführe.

Mit den „Wein-Lese-Tagen Marbach & Bottwartal“ würden in der Schillerstadt Marbach Wein und Literatur an einem besonders geschichtsträchtigen Ort in Einklang gebracht und zu einem genussvollen Gesamtangebot vereint. Winzer aus Marbach und dem Bottwartal präsentierten ihre Weine in der Stadthalle, begleitet von literarischen „Lese-Proben“ rund um das Thema Wein im Schiller-Nationalmuseum sowie Themenführungen und Literatur-Spaziergängen durch die Stadt. Die von der Marbacher Zeitung gemeinsam mit der Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal und den Museen des Deutschen Literaturarchivs Marbach organisierte Veranstaltung habe erstmals im Januar 2014 stattgefunden und dabei die beiden bestimmenden touristischen Themen der Region wegweisend vereint.

Neben den beiden Gewinnern wurden in diesem Jahr auch Anerkennungspreise an vier ungewöhnliche und nachahmenswerte Projekte verliehen. Anerkennungen wurden der „Weinerlebniswelt Vintasticum“ (Weingut Benz, Lauda-Königshofen), dem Projekt „Nacker Werke – Vereinigung zur Wartung der Sinne“ (Weingut Clauß, Nack), dem Weinfest „Wein auf der Insel“ (Stadt Lauffen am Neckar) und den Weinbauern Mühlhausen e.V. für diverse Projekte (Stuttgarter Steillagentage, Trockenmauerbau-Kurs, Weinbau-Lehrpfad) zugesprochen.

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